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PräventivFit 11 | SIBO

Aktualisiert: 16. Nov. 2025

(Small Intestinal Bacterial Overgrowth | Bakterielle Überbesiedelung des Dünndarms)

Wenn der Dünndarm aus dem Gleichgewicht gerät - Was du über bakterielle Fehlbesiedlung im Dünndarm wissen solltest – und wie Ernährung helfen kann.


Blähbauch, Brain Fog & Nährstoffmangel? Hinter diesen Symptomen steckt manchmal mehr als „nur“ Reizdarm – nämlich SIBO: eine bakterielle Fehlbesiedlung im Dünndarm.


Was das ist, warum es so viele betrifft (ohne es zu wissen) – und wie Ernährung wirklich helfen kann findest du hier, – wissenschaftlich fundiert, aber leicht verständlich, mit erklärten Fachbegriffen, für…

… Gesundheitsbewusste Menschen ab 30+

… Menschen mit wiederkehrenden Verdauungsproblemen

… Frauen zwischen 35 und 60 Jahren

… Ernährungsberater:innen, Coaches, Heilpraktiker:innen

… Patient:innen mit Reizdarmsyndrom (IBS)


Klar. Verständlich. Wissenschaftlich.


Verfasst von: Matthias Glöckner, Gesundheitscoach Ernährungsmedizin Datum: November 2025 Lesezeit: 8 Minuten


Einleitung


Was ist SIBO?

SIBO steht für Small Intestinal Bacterial Overgrowth, auf Deutsch: Dünndarm-Fehlbesiedlung. Normalerweise leben im Dünndarm deutlich weniger Bakterien als im Dickdarm. Bei SIBO ist das anders: Hier siedeln sich zu viele oder die falschen Bakterienarten im Dünndarm an – mit spürbaren Folgen für den Betroffenen.


Diese Fehlbesiedlung kann:

  • die Verdauung beeinträchtigen,

  • zu Blähungen, Durchfall oder Verstopfung führen,

  • die Aufnahme von Nährstoffen behindern.


SIBO ist keine seltene Erkrankung: Besonders Menschen mit Reizdarmsyndrom oder nach Magen-Darm-Operationen sind häufiger betroffen.


Wie entsteht SIBO?


SIBO ist keine Krankheit „aus dem Nichts“. Es gibt mehrere Ursachen – oft wirken mehrere Faktoren zusammen:

Ursache

Erklärung

Gestörte Darmbewegung

Wenn die natürliche Bewegung („Motilität“) des Darms verlangsamt ist, können sich Bakterien stauen.

Niedrige Magensäure

Magensäure tötet viele Bakterien ab. Ist sie zu gering, überleben mehr Keime.

Anatomische Veränderungen

Nach Operationen kann der Darmverlauf verändert sein – Bakterien finden „Verstecke“.

Ernährung & Stress

Hochverarbeitete Ernährung, wenig Ballaststoffe und chronischer Stress begünstigen eine Fehlbesiedlung.

Wie wird SIBO festgestellt?


Diagnostisch kommt meist ein Atemtest mit Laktulose oder Glukose zum Einsatz. Dabei trinkt die Testperson eine Zuckerlösung – anschließend wird in bestimmten Zeitabständen der Wasserstoff (H₂) und Methan (CH₄) in der Ausatemluft gemessen.

  • Hohes Wasserstoffniveau → Hinweis auf klassische SIBO

  • Hohes Methan → Kann auf eine besondere Form von SIBO hinweisen, oft mit Verstopfung verbunden

  • Kombination → sogenannte gemischte Form


Diese Tests sind nicht 100 % exakt, liefern aber wichtige Hinweise. Eine genaue Auswertung gehört in die Hände erfahrener Mediziner:innen!


Symptome bei SIBO


Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein – das macht SIBO so „heimtückisch“. Mögliche Symptome sind:


  • Blähungen, Völlegefühl nach dem Essen

  • Durchfall oder Verstopfung

  • Übelkeit

  • Müdigkeit und „Brain Fog“

  • Vitaminmangel (v. a. Vitamin B12, Vitamin D)

  • Eisenmangel trotz ausgewogener Ernährung


Einige Patient:innen haben kaum Symptome – oder die Beschwerden werden anderen Krankheiten zugeordnet (z. B. Reizdarm). Eine "Malabsorption" kann zusätzliches Chaos stiften. Die Malabsorption (gestörte Nährstoffaufnahme im Darm) bei SIBO entsteht durch mehrere miteinander verknüpfte Mechanismen – alle basieren darauf, dass die Bakterien im Dünndarm nicht am richtigen Ort sind und/oder in zu großer Menge auftreten.


Was kann Ernährung bei SIBO leisten?


Die Ernährung spielt bei SIBO eine zentrale Rolle – sowohl bei der Linderung von Symptomen als auch in der Rückfallprophylaxe.

Ernährungsempfehlungen bei SIBO:

Maßnahme

Warum sie hilft

Langsames Essen, gründlich kauen

Entlastet die Verdauung, weniger Gärung durch Bakterien

Regelmäßige Mahlzeiten

Fördern die natürliche Darmmotilität („Reinigungswellen“)

Reduktion fermentierbarer Zucker

FODMAPs (z. B. Fruktose, Laktose) können bei vielen Beschwerden auslösen

Ballaststoffe langsam steigern

Unterstützen den Aufbau gesunder Darmflora – aber nur dosiert

Zucker und hochverarbeitete Lebensmittel meiden

Nähren ungünstige Keime

Vitamin- und Mineralstoffstatus prüfen

Besonders Vitamin D, B12, Eisen sollten im Blick bleiben

Achtung: Es gibt keine „pauschale SIBO-Diät“! Jeder Mensch reagiert unterschiedlich. Am besten Schritt für Schritt testen, was verträglich ist.


Was sagen aktuelle Studien?


Eine polnische Studie von 2024 zeigte: Menschen mit SIBO, insbesondere der Wasserstoff/Methan-Kombiform, hatten häufiger

-       niedrige Vitamin-D-Spiegel,

-       Eisenmangel und

-       eine zu geringe Ballaststoffzufuhr 


Ein aktueller Review aus 2025 betont, dass die Ernährung eine zentrale Rolle bei Therapie und Prävention spielt – nicht nur als Ergänzung, sondern als eigenständiger Behandlungsbaustein

 

Behandlung – was ist möglich?


SIBO wird oft mit einem gezielten Antibiotikum behandelt. Dieses wirkt fast nur im Darm und wird kaum vom Körper aufgenommen.


Wichtig: Antibiotika allein reichen oft nicht aus – eine angepasste Ernährung und Lebensstiländerung sind entscheidend, um Rückfälle zu vermeiden.

 

Fazit: Was kannst du tun?


Verdacht auf SIBO? Lass dies medizinisch abklären. Setze auf eine darmfreundliche, nährstoffreiche Ernährung. Achte auf individuelle Verträglichkeit. Ernähre dich regelmäßig, mit hochwertigen, möglichst naturbelassenen Lebensmitteln. Sorge für Bewegung, Stressabbau und ausreichend Flüssigkeit.

SIBO ist behandelbar – und die Ernährung kann ein Schlüssel zu mehr Wohlbefinden und Langlebigkeit sein.


Melde Dich gerne bei Longevity1st für eine personalisierte Beratung, um Deinen Alltag langfristig nährstoffbewusst zu gestalten, passende Alternativen für Dich zu finden und eine persönliche Gesundheitsstrategie zu entwickeln. Dein Alltag ohne Blähbauch? Wahrscheinlicher, als du denkst.




Fachbegriffe verständlich erklärt

Fachbegriff

Erläuterung (einfach erklärt)

SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth)

Bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms. Dort leben normalerweise nur wenige Bakterien – bei SIBO sind es zu viele oder die falschen Arten.

Dünndarm

Abschnitt des Verdauungstraktes zwischen Magen und Dickdarm. Hier werden Nährstoffe aufgenommen.

Mikrobiom

Gesamtheit aller Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze) im Körper – vor allem im Darm.

Darmmotilität

Die Bewegung des Darms, die hilft, den Speisebrei weiterzutransportieren. Eine verlangsamte Motilität kann SIBO begünstigen.

FODMAPs

Bestimmte Zuckerarten, die im Darm leicht vergären und Blähungen verursachen können. Sie kommen z. B. in Zwiebeln, Äpfeln, Milchprodukten oder Weizen vor.

Reizdarmsyndrom (IBS)

Häufige funktionelle Darmerkrankung mit Symptomen wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung – ohne klare organische Ursache.

Dysbiose

Ungleichgewicht im Mikrobiom – also eine „ungesunde“ Zusammensetzung der Darmbakterien.

Methan (CH₄)

Gas, das von bestimmten Darmbakterien produziert wird – oft verbunden mit Verstopfung.

Wasserstoff (H₂)

Ein weiteres Gas, das durch bakterielle Gärung im Darm entsteht – typischerweise bei SIBO erhöht.

Atemtest (H₂/CH₄)

Diagnostisches Verfahren zur Erkennung von SIBO: Nach Trinken einer Zuckerlösung wird gemessen, wie viel Wasserstoff oder Methan über die Atemluft abgegeben wird.

Laktulose/Glukose

Zuckerarten, die beim Atemtest verwendet werden, um die Bakterienaktivität im Dünndarm sichtbar zu machen.

Vitamin D

Wichtig für Immunsystem, Knochen und Muskeln. Bei SIBO häufig erniedrigt – vermutlich durch gestörte Aufnahme im Dünndarm.

Ferritin

Speicherform von Eisen im Körper. Niedrige Werte deuten oft auf Eisenmangel hin – bei SIBO häufiger zu finden.

Ballaststoffe

Pflanzliche Faserstoffe, die die Verdauung fördern und gesunde Darmbakterien unterstützen.

Bioverfügbarkeit

Beschreibt, wie gut ein Nährstoff vom Körper aufgenommen und verwertet werden kann.

Malabsorption

Fachbegriff für eine gestörte Nährstoffaufnahme im Darm – tritt häufig bei SIBO auf.

Chronisch

Langanhaltend oder wiederkehrend – im Gegensatz zu „akut“. SIBO kann chronisch verlaufen.

Relapse (Rückfall)

Wiederauftreten einer Erkrankung oder von Symptomen nach zunächst erfolgreicher Behandlung.

Narrativer Review

Eine wissenschaftliche Übersichtsstudie, die vorhandene Forschung zusammenfasst und interpretiert – ohne systematische Auswertung wie bei Meta-Analysen.


Quellen


  • Ghoshal, U. C., Shukla, R., Ghoshal, U., Gwee, K. A., & Ng, S. C. (2017). The Gut Microbiota and Irritable Bowel Syndrome: Friend or Foe?. International Journal of Inflammation, 2017, 1–13.


  • Knez, J., & Singh, P. (2024). Nutritional approach to small intestinal bacterial overgrowth: A narrative review. Nutrition, 115, 112217.


  • Takakura, W., Pimentel, M., & Rezaie, A. (2022). A Systematic Review and Meta-Analysis of Glucose and Lactulose Breath Tests for Small Intestinal Bacterial Overgrowth in IBS. Scientific Reports, 12, 249.


  • Wielgosz-Grochowska, K., et al. (2024). Characteristic Nutritional Parameters Depending on the Type of Small Intestinal Bacterial Overgrowth (SIBO). International Journal of Molecular Sciences, 25(13), 7341.




Gesund bleiben, energiegeladen leben!


Matthias Glöckner




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Haftungsausschluss

Dieser Beitrag wurde mit größter Sorgfalt erstellt und basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie fundierter Literaturrecherche. Dabei kamen auch KI-gestützte Systeme (Künstliche Intelligenz) zur Unterstützung bei der Strukturierung und Zusammenstellung der Inhalte zum Einsatz.

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© 2025 Matthias Glöckner

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